Das Übertragen von Texten ...

... aus einer Sprache in eine andere ist eigentlich ein Unterfangen, von dem man besser die Finger lassen sollte. Die Fallen sind zahlreich, die eigene Sprache voller ungeahnter Tücken und Untiefen. Kann man es wider besseres Wissen dennoch nicht lassen (so wie ich), ist zu hoffen, dass man die Grundvoraussetzungen erfüllt: Man beherrscht seine Muttersprache in ihren vielfältigen Ausprägungen, man ist in allen Genres belesen und mit dem entsprechenden Vokabular der Zielsprache vertraut. Man kann in der Ausgangssprache ein Kreuzworträtsel lösen. Man ist kreativ und pingelig. Man hat gute Wörterbücher und Kollegen, die man fragen kann, wenn man nicht weiter weiß.

Ach, du ahnst ja nicht,

vor welche Probleme der Übersetzende sich plötzlich gestellt sieht: Da hat sich ein findiger norwegischer Autor ein Wort ausgedacht, für etwas, was man im Norwegischen nicht besonders bezeichnet. Er möchte das Behältnis, in dem sein Schleierschwanz herumschwimmt, eben nicht einfach Aquarium nennen, wie es all seine Landsleute widerspruchslos tun. Er verspürt die Sehnsucht nach einer genaueren Bezeichnung dafür und tauft es „Akvariebolle“, wörtlich Aquariumsschüssel. Doch, oh geliebte deutsche Sprache, es gibt bei uns ein Wort dafür! Wir nennen dieses Ding landläufig „Goldfischglas“. Erkennt's und schreibt es hin. Und dann beginnen die Zweifel zu nagen. Ist es richtig, den Erfindungsreichtum des Autors mit einem so schnöden, altbekannten Wort platt zu bügeln? Sollte nicht vielmehr die deutsche Sprache um ein Wort wie Aquariumsschüssel bereichert werden? Die Antwort lautet klar und deutlich nein. Aquariumsschüssel ist ein schlechtes Wort. Man sollte nicht unbegrenzt schlechte Dinge erfinden dürfen und man möchte sich auch nicht vor seinem Lektor blamieren. Aber das sind vielleicht Entscheidungen ... Da kann man schlicht nicht unfehlbar sein.

Also Augen auf und durch.

Übersetzungen:

Aus dem Schwedischen:

Aus dem Norwegischen: